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Veuve Clicquot

Veuve-Clicquot

Veuve Clicquot Ponsardin (VCP) ist eine der ältesten Champagner-Marken Frankreichs. Der unglaubliche Erfolg dieses Hauses, welches heute ca. 90% seiner Produktion in mehr als 100 Länder exportiert, gebührt einer einzigen Frau. Als Witwe (im französischen Veuve) mit 28 Jahren, übernimmt sie die Verantwortung dieses Hauses: die Veuve Clicquot Ponsardin, deren aussergewöhnliche Geschichte ich Ihnen hier erzählen werde.

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Die behütete Kindheit der Nicole Barbe Ponsardin

Es gab keine Anzeichen dafür, dass die junge und bürgerliche Nicole-Barbe Ponsardin aus Reims (sie war die Tochter eines Bankkaufmanns und lebte von 1777 bis 1866) eines Tages eine der führenden Geschäftsfrauen und die berühmteste Witwe der Welt des Champagners werden würde. Als Nicole 12 Jahre alt war, brach die französische Revolution aus. Wie es sich für junge Mädchen aus gutem Hause damals gehörte, wuchs Nicole nach besten Traditionen und Regeln in einem Kloster auf. Um sie allerdings vor den Aufständen dieser schwierigen Zeit zu schützen, entsendete ihr Vater (ihre Mutter war bereits gestorben) Nicole zu einer gediegenen Näherin in einen Vorort von Reims.

Nicole Barbe Ponsardin heiratet François Clicquot

Mit 22 Jahren heiratet Nicole den jungen Mann François Clicquot, der letzte Nachfahre einer Familie von Orgelbauern. Die französische Revolution hatte zur Unterdrückung von Klostern und Abteien sowie zur Schliessung vieler Kirchen geführt. François Clicquot hatte grosse Schwierigkeiten, für seine Orgeln zahlende Abnehmer zu finden.

In dieser revolutionären Zeit wurde die religiöse zu Gunsten der standesamtlichen Heirat abgeschafft. Es war die Regel, dass das junge Mädchen seinen Namen an den des Ehemannes hängt. So wurde aus Nicole Ponsardin, Nicole Clicquot Ponsardin.

Die religiöse Trauung wurde heimlich in einem Keller vollzogen. Im Verlaufe der Zeremonie übergibt der Priester François eine schon gelbliche Papierrolle mit dem Titel: "Abhandlungen über die Art Weinreben auszuwählen, zu pflanzen, zu beschneiden, die Trauben zu mischen, zu ernten und ein Weingut zu verwalten." Es handelte sich um nichts anderes als eine sehr alte Aufzeichnung über die Art des Champagneranbaus nach der Methode des Dom Perignon, einem genialen Mönch aus der Abtei von Hautvillers! Nachdem François keine Arbeit mehr hatte aber ein paar mit Weinreben bepflanzete Hektar Land, machte sich das junge Paar an die Arbeit.

Entstehung des Champagnerhauses Clicquot-Ponsardin

Das junge Paar lässt sich in Bouzy in der Nähe von Reims nieder, wo sie die Reben, die Ernte und die Herstellung mit ihrem ganzen Herzblut streng überwachen. François bereist ganz Europa um Kunden zu gewinnen und lernt in Basel Monsieur Bohne kennen, einen der damals bekanntesten Handelsreisenden. Dieser stellt sich schnell in die Dienste des Hauses Clicquot-Ponsardin. Und er verkauft in alle Welt: Deutschland, Russland oder auch England. 1805 allerdings geschieht für die junge Nicole eine doppelte Katastrophe: ihr geliebter François stirbt an einem harmlosen Fieberanfall und Nicole wird junge Witwe mit ihrer kleinen Tochter. Gleichzeitig entflammt der Krieg zwischen Frankreich und England und ein wichtiger Absatzmarkt für das Champagnerhaus versiegt.

Tragische Geburt des Champagnerhauses "Veuve Clicquot Ponsardin”

Nicoles Schwiegervater, Monsieur Clicquot, beschliesst, verzweifelt über den Tod seines Sohnes, alles zu verkaufen, Land, Reben und sogar die Weinkeller. Zu diesem Zeitpunkt zeigt die junge Nicole Charakter: sie weigert sich heftig gegen den Verkauf und ist fest entschlossen, im Gedenken an ihren verstorbenen Ehemann seinen Traum und sein Geschäft weiterzuführen. Vier Monate später gründet diejenige, die in ihrem Umfeld nur noch "La Veuve" genannt wird, ihr eigenes Unternehmen, die « Maison Veuve Clicquot Ponsardin ».

Und sie strotzt hartnäckig allen Schwierigkeiten: Napoleon bringt den Krieg nach ganz Europa? Monsieur Bohne und seine Mannschaft fahren den Armeen des Feldherren hinterher. Die Blockade versperrt den französischen Schiffen den Handelsweg nach England und nach Amerika? Das Haus Veuve Clicquot Ponsardin schliesst Verträge mit amerikanischen Freibeutern und ihr Wein überquert dennoch die  Weltmeere. Napoleon verliert den Krieg gegen ganz Europa? "Sollen sie doch trinken, sagt sie, sie werden zahlen!"

Ein grundlegender Beitrag zur Champagnerbereitung und zum Prestige des Champagners

Da aber kommt ein neues Problem auf: während des Ausbaus des Weines bildet sich an der Oberfläche der Flaschen eine Ablagerung, die nicht schwer zu beseitigen ist. Die "Veuve" verbringt ganze Nächte mit ihrem Kellermeister, um die Lösung zu finden. Und eines Tages, oder besser gesagt eines Nachts, um ein Uhr morgens, findet sie die Lösung. Sie weckt den Kellermeister und geht mit ihm in den Weinkeller: wir müssen Löcher in lange, breite und dicke Bretter schneiden und die Flaschen mit dem Kopf nach unten dort hineinstellen. Somit können wir das Depot einfach und schnell aus der Flasche entfernen, ohne zuviel der kostbaren Flüssigkeit zu verlieren. Die Veuve Clicquot Ponsardin hatte hiermit das Rüttelbrett erfunden.

Daraufhin wird Champagner zu einem klaren, perlenden Wein, den die Gesellschaft aus klaren Weingläsern trinken konnte, anstatt des trüben Getränks, welches jahrelang hinter farbigen Gläsern versteckt werden musste. Fast über Nacht kamen durchsichtige Gläser in Mode und farbige waren passé. Das Beobachten der endlosen Perlenketten im Glas verhalf dem Chamapgner zu seiner neuen Beliebtheit.

Man sagt der Veuve Clicquot Ponsardin auch nach, den ersten Rosé-Champagner in der Geschichte der Champagne per Assemblage hergestellt und verkauft zu haben.

Ruhm und Nachwelt

Die Jahre und das Empire vergingen und das Vermögen Veuve Clicquot Ponsardin wächst und wächst. Nicoles Tocher Clémentine heiratet Louis de Chevigné, einen gutaussehenden jungen Mann, sehr adelig aber sehr arm. Hiermit aber steigt die Familie  in den hohen Adel auf. Nicole, die man bereits "La Grande Dame du Champagne" nennt, kauft das Schloss von Boursault in der Nähe von Epinay, dass zum Schoss der Familie wird. Louis de Chevigné verehrt seine Schwiegermutter sehr, er nennt sie "Mère Chérie" und beginnt sich für die "grossen Geschäfte" zu interessieren.

Leider ist er kaufmännisch nicht sehr geschickt und hätte das Champagnerhaus mehrmals fast in kommerzielle Katastrophen verwickelt. Aber die Schwiegermutter hat ein genaues Auge auf alle Geschäfte. Sein Assistent Edouard Werlé wiegelt haarscharf einige Katastrophen ab, die Louis zu verantworten gehabt hätte. Nicole lockt ihn vom Handel zur Politik und macht Werlé zu ihrem Teilhaber, er ist der einzige, der das Zeug dazu hat, das Familienunternehmen mit ihr zu leiten.

Nicole Clicquot-Ponsardin stirbt mit fast 100 Jahren im Schloss Boursault im Kreise ihrer Familie. Bis zum Schluss hat sie ihre "grandes affaires" intensif verfolgt und geleitet. Sie hinterlässt ein Champagnerhaus Veuve Clicquot Ponsardin, welches jährlich 750 000 Flaschen Champagner verkauft.

Champagner und aussergewöhnliche Frauen

Ihr ganzes Leben erlaubt sie an ihrem Tisch ausschliesslich ihren eigenen Wein und sie rezitierte gerne den Satz von Ludwig XIV: Le champagne c'est moi! (Der Champagner, das bin ich!)

Ihre Ur-Enkelin war die berühmte Herzogin von Uzès (1847-1933), wagemutige Jägerin und die erste Frau mit Führerschein (1897) und Strafzettel für zu schnelles Fahren (15 km/h!).

Veuve Clicquot Ponsardin zu trinken, heisst in diesen Champagnerperlen ein wenig vom Schicksal dieser grossartigen Frauen wiederzufinden.

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